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ETH: Aussergewöhnlich, da auf Stärkung peripherer Gegenden ausgerichtet

ETH: Erste Priorität für Grimseltunnel

Im Auftrag von Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Infrastrukturdepartements UVEK, priorisierte die ETH Zürich unter der Leitung von Ulrich Weidmann Bahn-, Autobahn- und Agglomerationsprojekte. Die Ergebnisse wurden im Oktober 2025 im Gutachten «UVEK: Verkehr 2045» publiziert.

Von rund 135 Bahnprojekten mit einem Gesamtvolumen von 62.2 Milliarden Franken wurden sieben Projekte – darunter der Grimseltunnel – der Priorität 1 zugeordnet. Das Gutachten beurteilt den Grimseltunnel als eine Investition in das Potenzial der Regionalentwicklung und des sanften Tourismus. Das touristische Potenzial sei für den zentralen Alpenraum vielversprechend.

Kommentar des ETH-Gutachtens zum Grimseltunnel

«Projektcharakter aussergewöhnlich, da ausgerichtet auf die Stärkung der Standortgunst peripherer Gegenden zur Regionalentwicklung, die Förderung des sanften Tourismus und jenen mit der Bahn sowie den Lückenschluss im Meterspurnetz. Aufgrund der zentralen Lage und der Verbindung der Meterspurnetze profitieren sieben Kantone vom Grimseltunnel: Graubünden, Uri, Wallis, Bern, Obwalden, Nidwalden und Luzern.»

«Der Grimseltunnel ist dabei in einer Reihe mit Furka-Basistunnel und Vereinatunnel zu sehen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie die alpinen Regionen untereinander schnell und wintersicher miteinander verbinden. Dies verbessert die Standortgunst und Entwicklungsmöglichkeiten des Goms und eröffnet die Chance zu kombinierten touristischen Angeboten im zentralen Alpenraum.»

Aufgrund der Verbindung kann der Tunnel weiter ganz neue touristische Bahnangebote mit hoher Wirtschaftlichkeit ermöglichen und kann auch Synergien zwischen den Meterspurbahnen fördern. Durch die Alpine Erschliessung mit der Bahn unterstützt die Verkehrsverlagerung vom touristischen Autoverkehr auf die Schiene. Der Tunnel ermöglicht durch das durchgängige Meterspurnetz eine Vielzahl an technischen und betrieblichen kostensenkenden Synergien.»

Quelle: UVEK: Verkehr 2045 (Website), 
Synoptische Projektuebersichten (PDF), S. 62

Die Unterlagen der ETH

Grimseltunnel für Botschaft 2027 vorgeschlagen

Der Bundesrat hat am 28. Januar 2026 die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 festgelegt. Demnach ist der Grimseltunnel Bestandteil in der Vernehmlassungsvorlage zur Botschaft Verkehr 2027. Kantone, Parteien, Verbände und Organisationen können im Rahmen der Vernehmlassung Stellung zu den vom Bundesrat vorgeschlagenen Projekte und Termine nehmen. Die Botschaft zuhanden des Parlaments verabschiedet der Bundesrat Anfang 2027.

Potenzialstudie für Regionalentwicklung

Der Bundesrat erwartet, dass die betroffenen Kantone und Gemeinden aufzeigen, wie sie die Potenziale des Grimseltunnels durch eine proaktive Raumplanung und Standortentwicklung nutzen möchten. Dazu hat die Grimselbahn AG nach Absprache mit den Kantonen eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben. Untersucht werden das Goms (VS), das Haslital (BE) und das Urserental mit Andermatt (UR). Die Ergebnisse werden im September 2026 vorliegen.

Terminplan für die Botschaft Verkehr 2027

Das nationale Parlament wird 2027 die Botschaft beraten, der Ständerat in der Sommersession, der Nationalrat in der Herbstsession. Zur Finanzierung des geplanten Bahnausbaus will der Bundesrat das aktuell bis 2030 befristete Mehrwertsteuerpromille für den Bahninfrastrukturfonds (BIF) verlängern. Dafür braucht es eine Volksabstimmung.

«Der Bau der Grimselbahn ist für die Gemeinde Meiringen von zentraler Bedeutung: Der multifunktionale Tunnel bringt Synergieeffekte für die Energieversorgung und Mobilität, schafft Perspektiven für die Regionen und fördert damit die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums.»

Daniel Studer
Gemeindepräsident Meiringen

«Die Grimselbahn muss gebaut werden, weil sie die nachhaltige Erreichbarkeit des Oberwallis stärkt und den Tourismus ganzjährig fördert.»

Bruno Margelisch
Gemeindepräsident Fiesch